Presse
„Und so bestaunt man trotz der asketischen Klangstruktur des Cembalos, wie Halubek durch die Spielfugen mit ihrer virtuosen Gestalt rast, wie er gravitätische Choralanklänge erzeugt und wie jede Fuge ein kleines, beinahe heiliges Kunstwerk wird.“
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Stuttgarter Zeitung, 9. August 2008
Wendige Wunderwerke
Jörg Halubek spielt und
erläutert Bachs „Kunst der Fuge“
Entweder hat man Spaß an intellektuellen Spielen oder man verfügt über die Gabe eines analytischen Gehörs. Wer weder das eine noch das andere besitzt, wird den Reiz von Instrumentalfugen der Barockzeit wohl kaum nachvollziehen können. Eigentlich kann man nur noch staunen, wenn man Werke wie Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ hört. Aus einem einzigen kurzen Thema entwickelt er vierzehn Fugen mit allen kompositorischen Fertigkeiten der Barockzeit. Da wird das Thema gespiegelt, es wird im halben Tempo gespielt, verschiedene Formen des Themas werden miteinander kombiniert, wechseln sich in rastloser Folge ab.
Selbst die vertracktesten Windungen hält dieses Thema aus und wird zu wundersam klingender Musik, der man die komplexe Struktur nicht anhört. Vielmehr entsteht daraus etwas Neues und Mirakulöses, das mit menschlichem Verstand und Gehör kaum zu erfassen ist. Das ist jedenfalls die These des Gaisburger Kirchenmusikers Jörg Halubek. Der Bach-Preisträger des Jahres 2004 analysierte und interpretierte in der Gaisburger Kirche Bachs letztes Werk. Halubek sezierte die komplexe Musik und zeigte mit klug gewählten Ausschnitten, wie Bach die Motive zu neuen Klangwelten umformt, etwa im Fall des „Contrapunctus 6“, der im Stil einer französischen Ouvertüre klingt.
So analytisch Halubek moderierte, so sehr auf Synthese war sein Spiel bedacht. Nicht um den einzelnen, hörbar gemachten Themeneinsatz geht es ihm, eher um das Neue, das aus der komplexen Struktur entsteht. Und so bestaunt man trotz der asketischen Klangstruktur des Cembalos, wie Halubek durch die Spielfugen mit ihrer virtuosen Gestalt rast, wie er gravitätische Choralanklänge erzeugt und wie jede Fuge ein kleines, beinahe heiliges Kunstwerk wird.
Dip
Interpretatorische Kreativität und Gewandtheit, wie sie für solch komplexe und in vieler Hinsicht anspruchsvolle Musik unabdingbar ist; und darüber verfügt Jörg Halubek im Übermaß: Seine musikalischen Figuren und Auszierungen „sitzen“ perfekt, seine Bögen stiften Sinn, seine Agogik reißt mit, seine Artikulation spricht eine präzise und prägnante Sprache.
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Rondo-Magazin, 9. Mai 2008
Passacaglien und Toccaten für Cembalo, strukturell an einen Bass oder eine Harmoniefolge gebundene und strukturell per definitionem freie barocke Stücke also, stellt Jörg Halubek auf dieser CD vor. Es erklingen zu diesem Zweck zwei wundervolle Cembali, das eine von italienischer, das andere von französischer Provenienz und Machart; drei verschiedene Stimmungen (mitteltönig, Silbermann und Bach nach Bradley) kommen zur Anwendung. Das Spektrum der Komponisten spannt sich von Cabanilles über Frescobaldi, D’Anglebert und Kerll bis hin zu J. S. Bach. Soweit die (glücklich gewählten) Rahmenbedingungen der entscheidende Rest: Interpretatorische Kreativität und Gewandtheit, wie sie für solch komplexe und in vieler Hinsicht anspruchsvolle Musik unabdingbar ist; und darüber verfügt Jörg Halubek im Übermaß: Seine musikalischen Figuren und Auszierungen "sitzen" perfekt, seine Bögen stiften Sinn, seine Agogik reißt mit, seine Artikulation spricht eine präzise und prägnante Sprache. Kurzum: Halubek bringt diese faszinierende Musik zum Leben, und er bringt die wundervollen Instrumente zum Klingen! Nirgends zirpt oder scheppert es, vorbei das Cembalo-Elend früherer Zeiten diese Instrumente können singen, wogen, rauschen, orgeln, glitzern, schmeicheln. Eine große, eine außergewöhnliche Freude.
Michael Wersin
Feine Abstufungen der Register, das Spiel mit Dynamik und Klangfarben beherrscht Halubek ebenso souverän, wie er brillant und virtuos auftrumpfen kann.
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Stuttgarter Zeitung, 23. Juli 2007
Bildungsreisen eines Genies
Auch Genies müssen lernen. Darum geht es in der Konzertreihe in der Gaisburger Kirche. Jörg Halubek, Gewinner des Leipziger Bachwettbewerbs im Jahr 2004, begibt sich in diesem Sommer auf die Spuren von Johann Sebastian Bachs Bildungsreisen.
Die erste Station führte am Freitagabend nach Lüneburg und Hamburg, wo der 15-jährige Bach im Jahr 1700 den Zentralgestalten Georg Böhm und Johann Adam Reincken begegnete. Dass Bach von ihnen lernte, zeigt die Gegenüberstellung der barocktypischen Gattungen. Die Suiten der beiden Vorbilder waren noch ganz im alten Tanzstil mit überschaubarer Form und kompakter Gestaltung verhaftet. Auf dieser Grundlage entwickelte Bach komplexe, stilisierte Werke wie die Französische Suite G-Dur BWV 816, in der sich Kontrapunktik und Virtuosität die Balance halten mit ausgewogener Form und Hochhalten der Traditionen.
Jörg Halubek zelebriert diese Werke auf der Empore der Gaisburger Kirche, in gleichsam familiärem Ambiente, in dem die leiseren Cembalotöne differenzierte Wirkung entfalten. Feine Abstufungen der Register, das Spiel mit Dynamik und Klangfarben beherrscht Halubek ebenso souverän, wie er brillant und virtuos auftrumpfen kann. Und im Gewirr der vielen kleinen Verzierungen, Schnörkel und rauschenden Arpeggien verliert er nie die Übersicht. Das gilt auch für die zweite Konzerthälfte mit den Orgelgattungen Toccata, Fuge und Passacaglia, bei denen vor allem Dietrich Buxtehude Anregungen und Muster lieferte. Der musikhistorische und vergleichende Ansatz dieser Reihe ist so lobenswert wie die musikalische Umsetzung des jungen Organisten und Cembalisten Halubek, der gerade zur internationalen Karriere ansetzt. Eher enttäuschend dagegen die Moderation von Steffen Benz, der über simple Fakten nicht hinauskommt. Sommerliche Eventkultur entsteht durch die Einbindung einer Talkrunde, bei der etwa über die Frage „Wie lernt ein junges Genie?“ diskutiert wird.
Dip
Stimmen zum Stuttgarter Bach-Zyklus 2007
… vorzüglich in Bezug auf die musikalische Darstellung, auf die Interpretation, auch in Bezug auf die technischen Herausforderungen…
Helmuth Rilling
Eine der aufrichtigsten und inspiriertesten Bach-Interpretationen unserer Tage.
Michael Hofstetter
In Jörg Halubek sehe ich einen der bemerkenswertesten Cembalisten der Nachwuchsgeneration.
Robert Hill
Was für eine große Musik, und was für eine meisterliche Interpretation!
Herta Däubler-Gmelin
Das Verdienst der Gaisburger Gesamtaufführung von Bachs Orgelwerk hängt sicherlich auch mit der Frage nach Bedeutung und Aktualität Bachscher Kirchenmusik zusammen dass nicht nur nach dem Stellenwert von Kirchenmusik in der modernen Gesellschaft gefragt wird, sondern gleichzeitig nach dem liturgischen Zusammenhang, in dem die Werke jeweils stehen.
Albrecht Puhlmann, Intendant der Staatsoper Stuttgart
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Jörg Halubek erweist sich als kongenialer Instrumentalbegleiter, um das in Klang umzusetzen, was dem jungen Bach aus der Feder floss
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Fränkische Landeszeitung
Zum „Jungen Bach“ bei der Bachwoche Ansbach:
Jörg Halubek erweist sich als kongenialer Instrumentalbegleiter, um das in Klang umzusetzen, was dem jungen Bach aus der Feder floss (...) die von Halubek so vielfarbig wie phantasievoll realisierte „Aria di Variata“ (BWV 989), deren Valeur-Spektrum fast an die Vielfalt von Orgelregistern denken lässt kein Wunder bei einem vielseitigen Künstler, der als Cembalist und Organist gleichermaßen etwas zu sagen hat. (...) Ernst und ziemlich eindrucksvoll gerät Jörg Halubek die schwer zu spielende Chormatische Fantasie und Fuge (BWV 903), deren aberwitzig schnelles Laufwerk dem Cembalisten hörbar Lust statt Last ist.
…gleichzeitig konnte man sich dem schieren Strom des Klanges kaum entziehen.
Berlin, Lausitzer Rundschau, 2005
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Hautwerk war hier die Chromatische Fantasie und Fuge d-moll. Auch der melancholisch klagende Gestus, den Halubek mit Innigkeit, aber ohne jede manieristische Übertreibungen musizierte, machte dieses Werk zum nachhaltigen Erlebnis. Abschließender Höhepunkt des Konzerts war die wieder auf der Orgel gespielte grandiose Passacaglia c-moll. Bachs Leidenschaft, strenge Kompositionsregeln mit musikantischer Lust zu befolgen, ließ sich hier bis in die fernsten musikalischen Verästelungen verfolgen, gleichzeitig konnte man sich dem schieren Strom des Klanges kaum entziehen.
Berlin, Lausitzer Rundschau, 2005
… erreichte so eine vehemente, mitreißend dramatische Interpretation. Das Publikum war hell begeistert und spendete ausgiebig Beifall…
Nordkurier, Neubrandenburg
Jörg Halubek, der auf der norddeutschen Orgel mit einer fulminanten Darstellung von Bachs Passacaglia c-Moll das Auditorium begeisterte.
Stuttgarter Nachrichten
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